Imbiss Mahlzeit
1985 entstand mit dem Imbiss „Mahlzeit“ in Krefeld ein Projekt, das die Vorstellung davon, wie ein Schnellrestaurant aussehen kann, grundlegend in Frage stellte.
Statt rustikaler Gaststätte oder klassischer Pommesbude entstand ein heller, fast schwerelos wirkender Raum. Eine konsequent reduzierte Materialpalette aus weißen Fliesen, Glas, Edelstahl und massivem Holz prägte die Atmosphäre. Großzügige Eckverglasungen holen die Stadt in den Gastraum, während kleine Halogenleuchten die Decke beinahe unsichtbar erscheinen lassen.
Die vollständig geflieste Verkaufstheke wird durch eine gläserne Aufsatzvitrine ergänzt. Dahinter liegt die offen einsehbare Küche, die bewusst Teil des Gastraums wurde. Auch der Übergang zwischen Verkauf, Aufenthalt und Straßenraum wurde nicht versteckt, sondern gestalterisch inszeniert.
Die markante Gebäudeecke erhielt eine vollständig verglaste Fassade. Im Mittelpunkt steht ein freistehender Edelstahlzylinder, der den Raum gliedert und gleichzeitig als identitätsstiftendes Gestaltungselement wirkt.
Massives Holz bildet den warmen Gegenpol zu den weißen Flächen und verleiht dem Raum trotz seiner konsequenten Klarheit eine angenehme Aufenthaltsqualität.
Das Projekt wurde mit dem 1. Preis des Deutschen Innenarchitekturpreises 1990 ausgezeichnet. Bemerkenswert ist dabei weniger die Auszeichnung selbst als die Bauaufgabe: Prämiert wurde kein exklusives Restaurant, sondern ein kleiner Imbiss. Die Jury würdigte damit die gestalterische Qualität eines alltäglichen Ortes und zeigte, dass gute Innenarchitektur nicht von der Größe oder dem Budget eines Projekts abhängt.
Projektdaten
- Projekt: Imbiss „Mahlzeit“
- Aufgabe: Gastronomie
- Ort: Krefeld
- Jahr: 1985
- Auszeichnung: 1. Preis Deutscher Innenarchitekturpreis 1990
Wer immer nur das tut, was alle machen, wird am Ende aussehen wie der übliche Einheitsbrei.
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