Marien Apotheke
Die Marien Apotheke in Aldenhoven gehört zu den Projekten, bei denen die räumliche Aufgabe auf den ersten Blick einfach erscheint – und bei genauerem Hinsehen gerade dadurch spannend wird. Zwei Eingänge, zwei bisher getrennte Verkaufsbereiche, ein gemeinsamer Arbeitsbereich dazwischen und ein Gebäudeensemble aus Apotheke, Wohnung und angeschlossener Arztpraxis: Aus dieser gewachsenen Struktur sollte wieder eine zusammenhängende Apotheke entstehen.
Drei Gebäude – ein gemeinsamer Auftritt
Die Marien Apotheke liegt mit ihren fünf vorgelagerten Parkplätzen im spitzen Winkel einer Straßenkreuzung. Hier treffen drei Bereiche aufeinander: die Apotheke, die Wohnung des Apothekerehepaars im Kopfgebäude und ein angeschlossener Neubauschenkel mit einer Gemeinschaftspraxis für Innere und Allgemeinmedizin.
Die Apotheke öffnet sich mit ihrer Schaufensterfassade und dem Haupteingang zu den Parkplätzen hin. Im Zuge des Umbaus wurde der gesamte Vorplatz neu gestaltet. Zum Eingang hin wurde die Topografie leicht angehoben, wodurch die bisher vorhandene Stufe entfallen konnte. Rippen- und Noppenpflaster verbessern die Barrierefreiheit und weisen sehbehinderten Menschen den Weg. Zu den Rändern hin wurde der Belag wieder auf Straßenniveau abgesenkt, um die Erreichbarkeit der Parkplätze zu erleichtern.
Der Praxisschenkel ist über ein gläsernes Treppenhaus an das Apothekengebäude angebunden. Hier befindet sich der Nebeneingang in die Offizin.
Doppelt gemoppelt
Vor dem Umbau waren die beiden Eingänge nicht miteinander verbunden. Jeder führte in einen eigenen Verkaufsraum, getrennt durch den gemeinsamen Arbeitsbereich mit dem Generalalphabet.
Ziel war eine neue Offizin, die von beiden Eingängen gleichermaßen erschlossen wird und nicht aus zwei Apotheken besteht, sondern als ein zusammenhängender Raum erlebt wird.
Hierzu wurde ein Teil des mit der Apotheke verbundenen Wohnhauses den Betriebsräumen neu zugeordnet. Arbeitsplätze und Schubsäulen wanderten in diesen Bereich. Dadurch konnte die getrennte Struktur aufgelöst und die Offizin zu einem Ganzen verbunden werden.
Hinter der Kurve geht’s weiter
Durch die beiden Eingänge an unterschiedlichen Außenwänden ergibt sich ein L-förmiger Grundriss. Damit Besucher sofort spüren, dass der Raum hinter der Kurve weitergeht, wurde der HV-Tisch als gebogener Winkel in die Offizin gestellt.
Ein langgezogenes Lichtband an der Decke und eine geschwungene Linie aus beständiger Glaskeramik im Boden begleiten diese Bewegung. Sie führen den Blick, unterstützen die Orientierung und machen aus dem Knick im Grundriss eine räumliche Geste.
An den Enden der beiden Schenkel befinden sich auf der einen Seite die Rezeptur und auf der anderen Seite der Beratungsraum. Der den HV-Tisch begleitende Bodenbelag weitet sich an diesen Endpunkten in die jeweiligen Räume aus und bindet sie selbstverständlich in das Gestaltungskonzept ein.
Freiwahl, Sichtwahl und Aufenthaltsqualität
Die Offizin ist nicht nur Verkaufsraum, sondern ein Ort der Orientierung und Beratung. Freiwahl, Sichtwahl und HV-Tisch sind so aufeinander bezogen, dass Kunden intuitiv durch den Raum geführt werden und das Team kurze, klare Wege behält.
Die Gestaltung bleibt dabei ruhig und hochwertig. Nichts wirkt laut oder aufgesetzt. Stattdessen entsteht ein Raum, der Wärme ausstrahlt und gleichzeitig die notwendige Klarheit für eine funktionierende Apotheke bietet.
„Marienschein“
Die Grundstimmung des Raumes wird von hellen Creme- und Beigetönen geprägt. Travertin im Boden, helle Wandflächen und die großzügige Lichtführung schaffen eine freundliche und einladende Atmosphäre.
Geräucherte Eiche am HV-Tisch und an den Schnelldreherschüben der Sichtwahl erzeugt einen warmen Hell-Dunkel-Kontrast. Die golden eloxierten Aluminiumböden schweben wie ein leichter Lichtschein über den massiven Schnelldrehern und geben dem Projekt seine besondere Stimmung.
Das blasse Türkis der Glaskeramik in der Tresenfläche und im Boden bringt Frische und optische Kühle in den Raum. Zusammen mit Travertin, Eiche und goldenem Aluminium entsteht eine Apotheke, die nicht modisch wirkt, sondern eigenständig, ruhig und wertig.
Backoffice und Betriebsräume
Auch die Arbeitsbereiche wurden in das Gesamtkonzept einbezogen. Backoffice, Schubsäulen und Teeküche sind keine Nebenräume, sondern Teil einer Apotheke, die im Alltag funktionieren muss.
Die Neuordnung der Betriebsräume schafft kurze Wege, bessere Abläufe und eine angenehmere Arbeitsatmosphäre für das Team.
Vorher-Nachher
Wenn Sie wissen möchten, wie die Apotheke im Vergleich hierzu vorher aussah, dann klicken Sie hier.
Weitere Referenzen
Weitere Projekte, Detailaufnahmen und Referenzen zum Thema Apothekendesign finden Sie auf unserem Pinterest-Board:
Pinterest-Board „Design Apotheke“
Projektdaten
- Projekt: Marien Apotheke
- Adresse: Marienstraße 1, 52457 Aldenhoven
- Entwurf: Klaus Bürger
- Umbau: 2020
- Gesamtfläche: 165 m²
- Kundin: Apothekerin Natalie Nowak
Wir planen keine Apotheken. Wir entwickeln Unikate.
Jedes Projekt hat seine eigene Geschichte, seine eigenen Anforderungen und seine eigene Persönlichkeit. Deshalb glauben wir nicht an Standardlösungen.
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